Presse

Presse

Kritik von Peter Maier in der Gitarrenzeitschrift Gitarre Aktuell 1/18

Gelungener Wurf
Bei seinem Konzert in der gitarre-foundation hamburg (gfh) in 2015 gab Harald Stampa bereits einige Kostproben seiner damaligen Vorbereitung für die Aufnahmen einer CD. Sie liegt nun vor mit Werken von »Schumann, Regondi« - wie auch der Tonträger schlicht genannt wurde - und ist ein gelungener Wurf. Das bezieht sich nicht nur auf die eingespielte Musik mit Originalwerken für Gitarre (Regondi) und Transkriptionen, sondern auch auf die hörenswerten Interpretationen und Umsetzungen von Klavierwerken auf das Instrument Gitarre.
Stampa hatte sich mit diesem fast 70 Minuten-Tonträger ein anspruchsvolles Ziel gesteckt und weder technische Herausforderungen noch den Vergleich mit Klavierinterpretationen (Schumann) gescheut. Dennoch läuft es nicht auf einen Wettbewerb zwischen den beiden Instrumenten hinaus, vielmehr zeigt die Gitarrenversion ganz eigene klangliche Stärken. Dies mag vielleicht besonders auffällig sein bei dem letzten und bekanntesten Schumann-Stück, der »Träumerei« aus dem Zyklus „Kinderszenen“ op. 15, das in der Gitarrenfassung noch etwas romantischer klingt und weniger nachdenklich als im Original (verträumt sind sie in der Tat beide...). (...)

 

 

Kritik von Harald Wittig in der Gitarrenzeitschrift Akustik Gitarre 6/17

CDs
Harald Stampa
Schumann & Regondi
(KSGEXAUDIO)
0b Robert Schumann die Gitarre jemals wahr-
, geschweige denn ernst genommen hat, ist
nicht bekannt. Jedenfalls schrieb er kein einziges
Gitarrenstück, sodass Gitarristen nur die
Bearbeitung des Schumann'schen KLavierwerks
für ihr Instrument bleibt. ALs besonders ergiebig
- und mach- und spielbar - erweisen
sich die ,Kinderszenen' sowie das ,ALbum für
die Jugend'. Ebendies nahm sich der Schweizer
Gitarrist Harald Stampa vor, transkribierte
gleich das komplette Album und spielte es für diese,
seine neueste CD ein. Im Unterschied
zu anderen ist diese Bearbeitung sehr nah an der
Vorlage und des Komponisten Klangwelt,
was jedoch auch die Interpretation erschwert.
Stampas erfreulich unaufdringliche, der Musik
dienende Darstellung überzeugt und kann auch
Klavierliebhabern gefallen: Diese bezaubernden
Miniaturen leuchten ohne jede pianistische
Schminke aus sich heraus. Demgegenüber bietet
das Werk des Schumann-Zeitgenossen und
Gitarrenwunderknaben Giulio Regondi
jede Menge virtuosen Zierrat: Die ausgedehnte
,Air Varié' ist ein typisches, hochromantisches
Virtuosenstück, das stellenweise wie eine KLaviertranskription
wirkt, Stampas unprätentiöses,
dabei klanglich und technisch makelloses
Spiel porträtiert den empfindsamen Romantiker,
der ein Seelenverwandter Robert Schumanns
sein könnte. Da passt es bestens, dass
auf Regondis .Reverie' Schumanns ,Träumerei'
folgt und dieses konzeptionell, klanglich und
vor allem musikalisch überzeugende Album
abrundet.
Harald Wittig

 

Zurück